Zu Beginn des vorigen Jahrhunderts tauschte eine Gruppe Künstler die Hektik der Stadt gegen die Natur und die Ruhe von Bergen ein. Die Künstler arbeiteten vorzugsweise im Freien und fanden ihre Inspiration in der erdigen Schönheit der Landschaft und dem zu dieser Landschaft gehörenden Menschen. In ‚Zurück zum Ursprung‘ (Terug naar de bron) präsentiert das Museum Kranenburgh Arbeiten einer Reihe früher Vertreter dieser Avantgarde-Strömung, die als die Bergener Schule (Bergense School) Bekanntheit erlangte. Hierzu gehören Henri Le Fauconnier, Arnout Colnot und Piet van Wijngaerdt. Aber auch spätere, große Vertreter des Künstlerdorfes wie Charley Toorop und Matthieu Wiegman dürfen dabei nicht fehlen. Ausgangspunkt der Ausstellung ist die eigene Kranenburgh-Sammlung, die als Basis des Museums gilt.

Die Quintessenz des Lebens

Die Bergener Maler richten ihr künstlerisches Augenmerk nicht nur auf einander, sondern auch auf Entwicklungen andernorts in den Niederlanden und in Europa. Der französische Maler Henri Le Fauconnier (1881 - 1946) gilt als Gründervater der Bergener Schule. Die bretonische Stadt Ploumanac’h (1908) malte er mehrere Jahre vor seinen Langzeitaufenthalten in Domburg und Bergen. Seine Arbeit und sein anschauliches Gedankengut machten auf seine Bergener Malerkollegen, zu denen Piet van Wijngaerdt (1873 - 1964) gehörte, tiefen Eindruck. Letztgenannter schrieb 1916 ein auf Le Fauconniers Ideen basierendes Pamphlet im Künstlerblatt Het Signaal (Das Signal), in dem er Künstlerkollegen zu gesellschaftlichem Engagement und reiner Kunst aufruft: „Aus der Kunst spricht die Quintessenz des Lebens selbst.“

Akt

Von den Aktszenen des norwegischen Malers Edvard Munch inspiriert malte Harrie Kuijten (1883-1952) sein Bild Naakt in het bos, (Nackt im Wald), (1912). Wir sehen den Menschen in seiner natürlichen Umgebung, ohne schmückendes Beiwerk. Der Wald war ein ideales Atelier, in dem sich das Künstlermodell ungestraft zeigen konnte. Auch Else Berg (1877 – 1942) ist mit einem großen Akt vertreten.

Dynamik

Die vielfarbigen Werke der in Bergen tätigen Künstler zeigen, dass das Dorf keine künstlerische Insel mit einer fest umrissenen Sprache war, sondern ein stets für neue Reize, Entwicklungen und Ideen offener Ort. Das spricht ebenfalls aus dem Werk individueller Künstler/innen wie beispielsweise Charley Toorop. Von ihr werden ein frühes Gemälde mit dem Titel Zus Boendermaker, (Schwester Boendermaker), (1926), sowie eines ihrer letzten Werke, Vaas met Bloemen, (Vase mit Blumen), (1949), gezeigt.

8 Okt 2017 - 7 Jan 2018