Luft: Sie erscheint uns so selbstverständlich, aber wenn man länger darüber nachdenkt, ist sie ein faszinierendes Phänomen. Gastkurator Colin Huizing lud uns zu dieser Ausstellung international aufsehenerregender Künstler ein, die das Phänomen Luft greifbar machen und näher beleuchten. Sie lassen den Besucher die Reinheit und das Wesen der Luft erleben oder lenken die Aufmerksamkeit direkt oder indirekt auf die Bedrohungen für die Luftqualität in unserer Atmosphäre. Sie schärfen unser Bewusstsein für die Welt, in der wir leben.

Kunst und Leben

Seit etwa 1960 setzen sich Künstler mit der Wirklichkeit anders als früher auseinander und stellen ein neues Verständnis von Kunst vor. Sie stellen nicht mehr eine sichtbare Wirklichkeit dar, sondern stellen stattdessen die Wirklichkeit als Kunst dar, schlagen eine Brücke zwischen Kunst und Leben und geben uns eine Vorstellung davon, was ein Kunstwerk sein könnte. Gegenstand kann alles sein. Absolut spannend wird es, wenn sich Künstler mit etwas beschäftigen, das unsichtbar ist.

 Drei Themen

Wie kann man etwas, das so selbstverständlich und noch dazu unsichtbar ist, als bildende Kunst darstellen? Wie macht man Luft sichtbar? Und wie kann man Menschen dazu bewegen, über etwas nachzudenken, das faktisch unsichtbar ist? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Ausstellung Luft. Anhand der drei Themen Leben, Phänomen und Komplikationen werden Sie durch einen Parcours aus Erfahrungen, Erscheinungen, Performances, Beobachtungen und Objekten geführt, die Sie über das Thema Luft zum Nachdenken anregen werden. Wobei der Künstler von heute im Gegensatz zu seinen Vorgängern aus den 60er Jahren in einer Welt lebt, in der wir uns um die Qualität unserer Umwelt sorgen - die Kehrseite unseres Wohlstands. 

Künstler in der Ausstellung

Marina Abramović & Ulay | Jan Andriesse | Marinus Boezem | Elspeth Diederix | Zoro Feigl | Roger Hiorns | Chaim van Luit | Jan van Munster | Yoko Ono | David Rickard | Jeroen de Rijke, Willem de Rooij | Herman de Vries | Marijke van Warmerdam | Ai Weiwei

Colin Huizing

Colin Huizing arbeitet als unabhängiger Kurator und Produzent von Ausstellungen. Früher war er unter anderem als Senior Conservator im Stadtmuseum (Stedelijk Museum) Schiedam tätig. Huizing war Mitkurator der Ausstellung herman de vries – to be all ways to be, des niederländischen Beitrags für die Biennale di Venezia im Jahr 2015.

Die Ausstellung wurde auch ermöglicht mit Unterstützung von Mondriaan Fonds, BNG Cultuurfonds, Stichting in Opdracht, Prins Bernhard Cultuurfonds, Fonds 21.