Die Bergener Schule und die Luft

Das bekannteste Werk der Sammlung des Museum Kranenburgh ist ganz um Luft herum entworfen; Herbst (1909). Gemalt wurde es von Leo Gestel, der Galionsfigur der Bergener Schule. Das Gemälde ist zwar klein von Format, aber als malerisches Experiment umso großartiger. Ein bedrohlicher holländischer Wolkenhimmel nimmt fast die ganze Leinwand in Beschlag. Gestel malte, wie er es erlebte, im Freien den Elementen ausgeliefert zu sein.

Bergen wurde vor hundert Jahren zu dem Ort, an dem eine Avantgarde von Künstlern zusammenkam. Seitdem ist die Identität von Bergen auf immer mit Kunst verbunden, die im Zeichen von Experiment und Expression steht. Künstler, die sich in Bergen niederließen, wurden von der Schönheit der Natur, dem Licht, der Luft und dem Meer angezogen. Das Vergnügen, frei „nach der Natur“ zu arbeiten, konnten sie hier vollauf genießen. Wer einmal in Bergen war, der wollte auch nirgends anders mehr hin. Diskussionen über Klima und Umwelt spielten damals noch so gut wie keine Rolle. Aber die Schönheit der Natur und die Kraft der Elemente standen stark im Mittelpunkt.

Die Darstellung der Landschaft ist in der Sammlung des Museum Kranenburgh vielseitig vertreten. In dieser Präsentation erhält Luft Gestalt, zum Beispiel in einem bedrohlichen Himmel über dem Polder, aber auch in flimmernd-sommerlichen Landschaften. Stimmungen und Eindrücke werden in Farbe auf Leinwand umgesetzt.

Diese Sammlungspräsentation wurde ermöglicht durch die Stiftung Freunde des Museums Kranenburgh und Rabobank.